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Montag, Januar 26, 2009

Und nun zu etwas völlig anderem...

Ich bin seit längerem daran, die komplette Serie "Flying Circus" von Monty Python anzuschauen. Dank der gelungenen DVD-Box ist dies kein Problem und man ist nicht mehr auf die eher mässigen Videos im Internet angewiesen.

Dabei ertappe ich mich immer wieder beim Gedanken, diese britische und schwarze Humorform die beste zu finden die es gibt. Denn hier wird jede Idee verwendet (na ja fast jede), egal wie sinnlos oder doof sie ist. Auch wird vor wenigen Themen halt gemacht, und genau diesen Aspekt finde ich sehr beeindruckend. Denn Humor macht vor Nichts und Niemandem halt. Die Welt ist schon genug traurig und düster, da kann man sie wenigstens versuchen aufzuheitern.

Interessant finde ich die Tatsache, dass meist die Frauen den Humor der Gruppe überhaupt nicht gelungen finden. Bei den Männern findet man dafür um so mehr Anhänger.. Aber auch bei Monty Python ist es wohl so wie bei vielen Dingen: Entweder man liebt sie, oder man hasst sie.

Um selber zu urteilen, hier eine Auswahl.

Sketch 1: Bicycle-Repair-Man


Sketch 2: Self-Defense Against Fruit 


Sketch 3: Kilimanjaro Expedition

Montag, Dezember 29, 2008

Film des Jahres 2008

Es war das Jahr der grossen Liste, und dank dem Freien Film in Aarau das Jahr der Neuentdeckungen. Trotzdem muss ich zugeben, dass mich vor allem die normalen Filme immer noch am meisten überzeugt haben.
Hier die Werke, welche die absolute Höchstwertung verdient haben. Eine Reihenfolge ist nicht nötig.

The Dark Knight
Batman ist zurück, und wie. Noch härter und düsterer als in Batman Begins, dank der erschreckend guten Leistung von Heath Ledger. In seiner letzten Rolle als Joker zieht er all seine Register und spielt so real, dass man sich am liebsten hinter dem Sessel verkriechen würde. Aber auch die anderen Schauspieler wissen zu überzeugen, vor allem natürlich Christian Bale als Bruce Wayne. Und das Ende ist dann so schrecklich für den Zuschauer, dass er den 3. Teil dieser neu gestarteten Reihe am liebsten auch gleich schauen würde.
Leider keine Review.

Into The Wild
Einer der wenigen Filme, die mich bis ins tiefste meines Herzens berührt haben. Diese wahre Geschichte ist unglaublich intensiv verfilmt worden, mit einem der besten Soundtracks dieses Jahres (geschrieben von Eddie Vedder). Wer ihn verpasst hat soll noch gleich heute die DVD kaufen.
Hier das Review.

No Country For Old Men
Die Coen-Brüder zelebrieren eine Hetzjagd eines kaltblütigen Killers, in Langsamkeit. Der Film ist ein Meisterwerk der Spannung, die Schauspieler grandios. Nur ist halt leider die Gewalt sehr hoch.
Hier das Review.

Sonntag, Dezember 07, 2008

Trigger Happy TV

Wohl jeder von uns hat schon einmal im TV eine Sendung über versteckte Kameras gesehen. Meist werden da die Passanten von etwas angelockt und dann eher etwas bitterböse veräppelt. Schadenfreude wird gross geschrieben, der nicht betroffene Zuschauer kann herzhaft lachen. Doch leider war die Qualität der Witze manchmal auf sehr tiefen Niveau, und dann verschwanden die Sendungen praktisch ganz aus dem Fernsehprogramm.

Mit Trigger Happy TV gibt es nun aber dank dem Web Abhilfe von diesem Entzug. Die Truppe aus Englang lebt die Tradition in bester britischer Manier aus. Hier ist nichts zu böse, keiner wird verschont. Besonders loben möchte ich auch die Musikhinterlegung der Sendung. Passend und mit feinem Geschmack wurden hier die Songs ausgewählt. Da macht das gucken gleich doppelt so viel Spass. Meine Lieblingsgags sind die mit dem Riesen-Handy. Aber schaut selber.

Doch wo beginnen?
Hier der Link zu einem 90 (!)-minütigen Zusammenschnitt mit den besten Gags. Aber achtung: Zu hoher Konsum führt zu einem Lachkrampf... Kürzere Clips finden sich natürlich auf jedem gängigen Videoportal im Internet. Mit der Zeit jedoch wiederholen sich die Szenen aber etwas.

Mehr Infos hier auf der offiziellen Homepage von Comedy Central.

Samstag, Dezember 06, 2008

La Zona

Filme aus Mexiko sind bei uns ja eher selten in den Lichtspieltheater zu bestaunen. Und wenn dann doch, handelt es sich meist um ein Werk das nur in ganz wenigen Kinos gezeigt wird.
Dank meiner neuen Mitgliedschaft beim "Freier Film Aarau" hatte ich diesen Montag aber die Gelegenheit mir einen solchen Streifen anzuschauen.

La Zona erzählt die Geschichte von einem Luxusviertel in einer grossen mexikanischen Stadt. Die dort lebenden und sehr wohlhabenden Bürger haben sich mit Mauern und Sicherheitseinrichtungen komplett von der Aussenwelt abgeschottet. Niemand kommt ohne Berechtigung rein oder kann raus. Bis eines Nachts durch ein Gewitter 3 ärmliche Jungs ins Gebiet eindringen und auf Raubzug gehen. Die Situation eskaliert, die Gewaltspirale beginnt sich zu drehen. Wer wird da noch lebend davon kommen?

Wie weit darf der Mensch mit der Überwachung gehen? Und was ist den Leuten die Privatsphäre wert? Kann man Selbstjustiz befürworten?
Diesen Fragen stellt sich der Film in einem modernen und sehr spannend gemachten Gewand. Von der Kameraführung, über die Ausstattung bis zu den Schauspielern kann alles überzeugen. Und die Story packt von Beginn an und lässt bis zum schockierenden Ende nicht mehr los. Ein kritischer Blick auf die totalitären Überwachungsstaaten und unsere extreme Angst vor Diebstahl; egal auf welcher Ebene.

Der Trailer auf Youtube (leider nicht in Englisch, die Bilder überzeugen trotzdem).

Sonntag, November 30, 2008

Watchmen

Superhelden sind eine Sache, "Watchmen" eine völlig andere. Wer also denkt, hier ist ein weiteres ziemlich niveauloses Strumpfhosenabenteuer, der wird im Kino mehr als positiv überrascht werden. Das verspricht ja schon dieser Trailer.



Hier noch die Website.

Mittwoch, November 26, 2008

Leere Flaschen, Bond, Wüste

Kino Besuche, man erinnert sich vielleicht an das tollkühne Vorhaben. Doch die Umstände im Leben mit all ihren Veränderungen haben dem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der November aber brachte nicht nur kaltes Wetter und Schnee, sondern auch wieder vermehrte Aufenthalten in den Kinos. Was vor allem auch an diesem kleinen Ort liegt.

Hier die letzten Filme im sehr kurzen Schnelldurchlauf.

Burn After Reading
Wieder die Cohen Brothers, doch nach ihrem brutalen Werk "No Country For Old Men" eher mit friedlichen Bildern. Die Erpressergeschichte ist herrlich naiv und die Darsteller bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt. Noch nie habe ich einen solch guten Brad Pitt gesehen. Und die Dialoge sind wieder einmal weltklasse. 8/10

Leergut
Das Leben kann auch im Alter noch schön und voller Lust sein. Dieser Film aus Tschechien beweisst dies mit sehr viel Feingefühl und Herz. Schon lange habe ich keinen solchen sanften Film mehr gesehen. Er entlässt die Besucher mit einem warmen Gefühl im Körper und Geist zurück in die kalte Winternacht. 8/10

James Bond 007 - Quantum of Solace
Rasant, knallhart und gnadenlos. So muss James Bond im Jahre 2008 aussehen. Das man kaum zum atmen kommt und vieles von früher fehlt macht stutzig und glücklich zugleich. Denn welcher Geheimagent will schon mit 46 Jahren Vergangenheitsbalast durch die Welt hetzen.
So kann es weitergehen, besonders da Daniel Craig der Beste seit Sean ist. 8/10

Desert - Who is the Man?
Ziemlich breit angelegter Dokumentarfilm über die Selbstsuche der Menschen in der Wüste und all seinen Versuchen "The Man" näher zu kommen. Langatmig, spannend, verrückt, erschreckend und fragwürdig zugleich. Aber doch eher sehr speziell und nicht für jeden Mainstreamgewohnten. Hier findet ihr den Trailer. 7/10

Samstag, Juli 26, 2008

The X Files - I Want To Believe


2002 war es nach 9 Jahren plötzlich zu Ende, die FBI Agenten Mulder und Scully zeigten sich zum letzte Mal auf den Fernsehbildschirmen. Das Kult- und Pop-Phänomen "The X Files" war beendet, viele lose Enden zusammengeführt. Doch mit den etwas offenen Schlussszenen war klar, auch dieses Franchise hat nicht zum letzten Mal Geld in die Kassen der Studios gespült.

2008 ist er dann plötzlich da, der zweite Kinofilm. Wovon er handelt wusste ich nicht bis ich ihn gesehen habe. Als einziges war klar, dass es eine "eigenständige" Geschichte wird, losgelöst von dem Balast aus 9 Jahren Vergangenheit. Zumindest grösstenteils, denn ohne diese Kniffe wäre es unmöglich gewesen die Figuren auf die Leinwände zurückzuführen. So wird Mulder (der ja theoretisch gesucht wird) von all seinen Schulden befreit, das FBI verzeiht ihm. Zumindest gewisse Personen, welche sich dann auch gleich seine Hilfe bei einem Vermissten-Fall holen.
Natürlich willigt Mulder nur ein, als auch Scully ihn begleitet. Und schon sind die beiden Veteranen wieder mitten im unheimlichen und unerklärlichen Geschehen.


Der Film erzählt eine Geschichte die aus jeder Staffel stammen könnte, hat nichts mit der globalen Verschwörung und den Aliens zu tun. Die grössten Unterschiede zu den alten Geschichten sind wohl, dass Dana & Fox ein Paar und nicht mehr beim FBI sind. Ansonsten stellt sich sofort wieder das alte Gefühl ein, welches auch zu erwarten war. Schliesslich sind nebst den Schauspielern auch wieder Mark Snow als Musik-Komponist und Christ Carter als Regisseur dabei. Mit kleinen Referenzen an die alten Sendungen gibt es immer wieder Futter für den Fan, ohne das der Laie etwas wichtiges verpassen würde. So werden Samantha, das Kind von Mulder & Scully und diverse bearbeitete Fälle erwähnt. Und sogar die Originalmelodie darf 3 mal erklingen.
Die Musik trägt eine grossen Teil des Filmes. Sie setzt zur richtige Zeit ein, besitzt genügend Kraft und verwandelt die Bilder in etwas Grösseres als sie teilweise sind. Der Song beim Abspann ist dann ein kleines Meisterwerk, finde ich. Auch das Sounddesign ist extrem gelungen, die Szenen werden dadurch teilweise bedrohlicher als sie es ohne je wären. Somit kann zum Teil eher unspektakuläre Geschichte aufgepeppt werden und fasziniert.

Akte X ist also zurück, doch war es nötig nach all diesen Jahren? Für mich schon, denn die Figuren und ihre Geschichten finde ich immer noch toll. Aber ob die Zeit wirklich reif ist für eine Wiederbelebung ist fraglich. Da der Film aber nur knapp 35 Millionen Dollar gekostet hat, wird sich wohl trotzdem ein Erfolg einstellen. Zu hoffen wäre es, denn Handwerklich wurde alles richtig gemacht.

8/10

Donnerstag, Juli 24, 2008

Sendung ohne Namen

Es gibt TV-Sendungen welche versuchen speziell zu sein, eine Aussage zu machen, einen wichtigen Punkt herauszuarbeiten. Und dann gibt es welche die einfach nur sinn- und gehaltlos sind. Irgendwo dazwischen oder auch meilenweit von allem anderen entfernt spielt die "Sendung ohne Namen" in ihrer eigenen Liga.

Das Konzept ist so einfach wie effizient: Über ein bestimmtes Thema erzählt der Moderator (sehr schnell gesprochen) seine Ansichten, Fakten und Meinungen. Unterlegt wird dies mit einer rasanten Abfolge von Bilder und Archivaufnahmen, kombiniert mit Texteinblendungen. Unterbrochen wird diese Sinnesbefeuerung durch Interviews mit Gästen.
Um auch nur einen Bruchteil der verpackten Informationen zu erfassen muss man wahnsinnig schnell mitdenken, Augen und Ohren in einen Einklang bilden und bloss nicht blinzeln.

Die Aussage und der Zweck einer solchen halben Stunde? Keine Ahnung. Meistens ist man im Nachhinein zu erschlagen / fasziniert / erstaunt um sich wirklich erklären zu können was genau man denn nun gesehen hat. Trotzdem macht die Sendung ohne Namen sofort süchtig und abhängig. Wer es auch selber mal versuchen will kann auf ORF 1 einschalten (immer Donnerstags um 23.00 Uhr soweit ich mich entsinne) oder hier eine Kostprobe schauen.

Donnerstag, Juli 10, 2008

Charlie's Krieg

Er will nicht aufhören, der Krieg auf der Welt. Und meistens fühlen sich die Meldungen an, als würde man sie all Tag hören. Oder sind es sogar die gleichen?
Gestern Abend war es der gleiche Krieg, die gleichen Bilder aber eine andere Location.

Nachdem ich mir den Film Charlie Wilson's War schon in Olten im normalen Kino angeschaut habe wollte es der Zufall, dass ich für das Open Air Kino Zofingen eine gewisse Anzahl von Tickets bekommen habe. Da konnte ich nicht nein sagen, der Film hat mir ja gefallen. Er wurde bei der zweiten Besichtigung auch nicht schlechter, nein gewisse Stellen und Dialoge haben mir sogar noch besser gefallen als beim ersten Mal. Das heisst ja was.

Das Highlight des Abends war aber, dass man innerhalb von zwei Stunden 11 Personen finden kann die sich spontan dafür begeistern ins Kino zu kommen. Solche Aktionen machen doch immer am meisten Spass und bleiben in Erinnerung. Ich hoffe das passiert wieder einmal, auch wenn ich jetzt leider keine Tickets für das Kino mehr habe.

Sonntag, Juli 06, 2008

Es passierte letzte Woche

Man festet, man feiert und was bleibt dann natürlich liegen? Klar, die Arbeit im Büro und das Schreiben im Blog. Darum jetzt ein kleiner Sammeleintrag.

Begonnen hat diese Woche mit einem weiteren Konzert der Bärte aus den USA. Spock's Beard haben sich wieder einmal kurz im Z7 in Pratteln niedergelassen. Das Konzert war der Oberhammer, noch besser als das Letztjährige. Die Band spielte wieder etwas mehr alte Stücke und setzte mit den knapp 29-minütigen "The Great Nothing" dem Ganzen die Krone auf. Spielfreude, Menschlichkeit und Lebensfreude ist bei der Band sowieso nie Mangelware, kamen sie nach dem Auftritt doch noch für eine Stunde in die Halle und schwatzten mit den Besuchern. Natürlich konnte man auch Autogramme ergattern und mit Roadies über das Leben philosophieren.



Anstatt mich auszuruhen setzte ich mich am Dienstag Abend ins Kino um das neuste Werk von M. Night Shyamalan anzuschauen. The Happening ist ein weiterer typischer Film von ihm, leider aber bei weitem nicht mehr so gut wie "Unbreakable" oder "Signs". Der gelungenen und interessanten Geschichte fehlt es leider an Spannung, die Figuren sind zu platt und die Wendungen zu erzwungen. Aber trotzdem bleibt die Unterhaltung vorhanden und was er mit der Geschichte aussagen will ist ein weiterer Pluspunkt. Aber wohl eher nur für Fans. 7/10

Das Kinderfest war dann auch schon wieder da und wurde kräftig begossen. Am Freitag sagte ich aber "tschau Bäse" und begab mich nach Aarau ans Chrutwäje Open Air. Neve aus Zofingen konnten dort bestaunt werden, ihr spannender Stilmix gepaart mit tollen Melodien und hypnotisierenden Beats faszinieren mich immer wieder.
Es war für mich auch das Highlight, die folgenden Bands waren gut konnten aber nicht mehr komplett überzeugen.

Die Woche war also ziemlich rastlos, aber echt toll. Und die Party geht weiter, denn der Sommer ist ja erst angekommen.

Donnerstag, März 06, 2008

No Country For Charlie's Runner

Filme Filme Filme und keine Zeit, jedenfalls sind die Blog-Gelegenheiten rarer als auch schon. Trotzdem will ich euch die kleinen Besprechungen nicht vorenthalten, heute allerdings nicht so ausführlich wie auch schon.

Kite Runner
Marc Forster übt nochmal vor dem grossen 007-Krawall. Übt? Das Wort ist eigentlich völlig falsch, denn er beherrscht sein Fach mehr als gut und zeigt auch mit Kite Runner wieder mal nur seine besten Seiten.
Die Geschichte über Freundschaft, Verrat, Liebe, Hass und Gewalt in Afghanistan lässt den Besucher mitfühlen und -denken. Sie reisst mit und ist nie klischeehaft. Forster hat den Bestseller von Khaled Hosseini ebenbürtig adaptiert und bringt eine runde Angelegenheit auf die Leinwand. So muss Kino sein.
8/10

Charlie Wilson's War
Grosse Namen auf dem Plakat und ein Gesicht das mich eher abschreckt: Denn nebst Tom Hanks und Philip Seymour Hoffman spielt auch Julia Roberts mit. Zum Glück habe ich mir den Film aber trotzdem angeschaut, denn die (mehr oder weniger wahre) Geschichte über den Kongressabgeordneten sprüht vor intelligenten Dialogen und tollen Szenen. So überzeugt Hoffman einmal mehr als Charakterdarsteller und stiehlt allen die Show. Auch Tom Hanks spielt seinen Part gut, die Story bringt immer wieder Überraschungen.
Ein Film indem fast nur geredet wird, aber er schafft es trotzdem zu unterhalten und bei Laune zu halten.
8/10

No Country For Old Men
Nach dem Oscar-Regen für die Coen Brüder waren meine Erwartungen extrem hoch. Und sie konnten alle erfüllt werden, denn mit ihrem neusten Film haben die beiden alles richtig gemacht. Spannend bis zur schmerzgrenze, perfekt besetzt, passend in Szene gesetzt und mit einem Ende das eigentlich gar nicht so heissen dürfte. Denn wie eine alte Schnur zerfällt der Film in den letzten Szenen in viele, einzelne Fäden. Doch genau das macht ihn auch so interessant. Er hebt sich nicht nur mit dem erbarmungslosen Killer von der Masse ab, sondern auch mit den eher unkonventionellen Szenenwechsel und Charakteren.
Jeder der schon Fargo liebte, wird diesen Film vergöttern. Denn die Coens haben hier ihr Meisterwerk abgeliefert. Anschauen, unbedingt.
10/10

Montag, Februar 25, 2008

Cloverfield

Warum geht man in einen Monster-Film? Was erwartet ein Kinobesucher von einem Machwerk aus Hollywood? Sehr unterschiedliches, dies ist schon alleine an den auseinandergehenden Bewertungen der Kritiker und Zuschauer ersichtlich. Bei Filmen wie Godzilla und co. ist es aber noch einigermassen klarer: Man will Zerstörung sehen, Monster die durch bekannte Städte wüten und eine Menschheit die praktisch machtlos dagegen erscheint. Warum genau wäre nun ein interessantes Thema um es psychologisch zu erforschen, allerdings wäre ich dazu nicht genügend kompetent.

Cloverfield bietet ein Monster und bietet Zerstörung und Panik in Massen. Allerdings gibt es ein wichtiger Punkt, welcher den Film von den japanischen Machwerken unterscheidet: Alles ist in einem dokumentarischen und amateurhaften Stil gedreht, mit nur einer Kamera. Wer also dachte, der kryptische
Trailer sei nur ein Werbegag muss ich leider enttäuschen. Durch den Einsatz dieser „Handkamera“ entstehen wackelige, schnelle und unruhige Bilder mitten im Geschehen. Man ist als Besucher direkt in den Strassen und zwischen den verängstigten Bewohner.
Und darum weiss man auch nicht mehr als es die Betroffenen. Man spürt die plötzliche Eruption, sieht die ersten Explosionen in der Ferne und weicht dem daherfliegenden Kopf der Freiheitsstatue aus. Aber was sich hinter dieser Zerstörung verbirgt bleibt unbekannt. So begibt man sich mit den New Yorker auf die Flucht, begegnet der anrückenden Armee welche ein aus dem nichts auftauchendes Riesending unter Feuer nimmt. War es ein Vogel? Zu gross... Ein Drache? Ein Monster?
All diese Umstände (und die extrem realistische Darstellung der Ereignisse) summieren sich zu einem beeindruckenden Ganzen und verbreiteten eine bedrückende und angstmachende Atmosphäre. Realismus wird durch den ganzen Film hindurch gross geschrieben, so bleiben die Soldaten scheintbar machtlos gegen das Wesen und auch Hauptpersonen sterben einfach ohne grosses Brimborium. Ebenso fehlt im ganzen Film die Musik, denn die spielt im echten Leben schliesslich auch nicht einfach so passend zur Situation im Hintergrund. Doch bleibt man am Schluss auch zufrieden im Sessel sitzen?

Ja, denn die Herangehensweise offenbart einen neuen Aspekt an diesen Filmen. Das Unwissen macht die unlogischen Dinge realistischer und bietet eine neue Perspektive für solche Filme. Und ich habe es einfach geliebt, dass man weder wusste wie das Monster nun genau aussieht, woher es kommt und was mit ihm passiert. Denn auch das Ende ist total offen und gibt dem Film das Gesicht eines Dokumentes das aus dem grossen Bild herausgerissen wurde. Die zitternden Bilder sind zwar etwas mühsam, mit der Zeit gewöhnt man sich aber an diesen Umstand.

Wer also einen teuren Film mal so sehen will, als ob er nichts gekostet hätte muss diesen Film anschauen. Ebenso alle die noch nie viel Freude an Action oder Monsterfilmen hatten, denn Cloverfield bietet ihnen ein Erlebnis das man in diesem Gerne nur sehr selten hat.

8/10

Dienstag, Februar 05, 2008

The Mist

Auch wenn sich hier ein eher mittelmässiges Wortspiel nur so anbietet, ich verzichte darauf. Denn in genügend Kritiken zum Film wird man wohl darauf treffen. Aber wieso denn, ist der Film etwa so schlecht?

Nein, für Stephen King-Verfilmungen ist er ein sehr gelungener. Nachdem ich besonders bei „ES“ und Konsorten komplett enttäuscht wurde, kam dann letztes Jahr mit 1408 wieder mal ein gelungener Vertreter in die Kinos. Über „Der Nebel“ konnte ich im Vorfeld beides lesen: „Bester Horrorfilm seit langem“ [nach dem Magazin Cinema] oder „langweilig und eher eine Komödie als Horror“ [diverse Stimmen im Internet]. Und wie so oft liegt auch hier die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Frank Darabont ist nicht neu beim Meister des Horrors, sondern legte mit „The Green Mile“ und The Shawshank Redemption“ schon zwei sehr gelungene, wenn auch ruhige Geschichten vor. Mit der nebligen Sache wird nun eine weitere Terror-Geschichte aufbereitet, ohne den grossen Ansprüchen zu genügen. Die Szenerie ist sehr durchdacht aufgebaut, die politischen und aktuellen Themen clever eingefügt. Doch der Film stolpert über sich selber.

Nach einem schweren Sturm zieht ein (anscheinend vom Militär entwickelten) dichter Nebel über die Stadt Maine. Eine Gruppe ansässiger flüchtet in das Einkaufszentrum und sieht sich nun eingesperrt. Denn im Nebel lauern hungrige und todbringende Monster welche nicht von der Erde zu stammen scheinen. Die Menschen spalten sich schnell in zwei Gruppen: Die einen unter David Drayton (Thomas „The Punisher Jane) wollen einen Weg durch den Nebel finden, die anderen werden von der religiösen Fanatikerin Carmody (Marcia Gay Harden in einer weiteren Hassrolle) überzeugt, dass der Nebel eine Prüfung / Strafe Gottes ist.
Anstatt nun also gemeinsam nach einem Ausweg zu suchen beginnen sich die Menschen nun gegenseitig zu bekämpfen und liefern so ein Abbild der amerikanischen Gesellschaft nach 09/11. Allerdings gelingt dies nur bedingt, denn so manche Dialoge sind stümperhaft, klischeebeladen und von den Darstellern mehr schlecht als recht vorgetragen. Auch ziehen sich die Szenen teilweise unerträglich in die Länge. Wenn dann endlich wieder einmal Monster auftauchen ist der Zuschauer regelrecht erleichtert. Ein klares Beispiel von sehr gut gemeint, aber überfordert.

Diese sind wenigstens gelungen, wenn auch im typischen Stephen King Look, falls so etwas existiert. Natürlich mit CGI gemacht, aber immerhin besser als bei I Am Legend. Auch die Kameraarbeit überzeugt, oft kommt mit wenigen Mittel Spannung auf. Und mit dem Ende hat sich Darabont ein Denkmal gesetzt. Denn selten gelingt es Regisseuren in den letzten 5 Minuten Film so viele Regeln und Gebote von Hollywood zu brechen. Doch nicht kompletter Mist. Ach verdammt...

7/10

Montag, Februar 04, 2008

3:10 To Yuma

Der Wilde Westen, weite Prärien, staubige Strassen, grimmige Blicke, rauchende Colts und galoppierende Pferde. Besonders durch Sergio Leone und seine Meisterwerke mit Clint Eastwood und Konsorten vollführte das Gerne Höhenflüge und lockte tausende Menschen in die Kinos. Doch dann war alles vorbei, wie auch Abenteuer- und Piratenfilme verschwanden die Cowboys mehr oder weniger in der Versenkung. Mit 3:10 To Yuma (deutscher Titel: Todeszug nach Yuma) gibt es nun eine Rückkehr in die harte Zeit.

Und alles ist da: Die armen Farmer, die bösen Gangster, die schnellen Revolverhelden, die Postkutschen, die Eisenbahn mit ewiger Verspätung, die nervenzerfetzenden Duelle und die Saloons. Geschickt verbindet der Film konventionelle Filmgesetze mit dem alten Charme. So sind die Action-Szenen um einiges härter und schneller als in den alten Western, die Romantik der weiten und leeren Landschaften fehlt aber trotzdem nicht. Auch die Musik erinnert stellenweise sehr stark an die markanten Melodien von Ennio Morricone, die Darsteller spielen glaubhaft und das Setdesign ist liebevoll.

Die Geschichte ist nicht überragend, bei einem Western musste man aber noch nie sehr tiefgründiges erwarten. So geht es um den verschuldeten Farmer Dan Evans (wie immer toll: Christian Bale) welcher als letzte Lösung seines Geldproblems zur Rettung von Familie und Hof den Auftrag annimmt, Ben Wade (Russel Crowe) ins Gefängnis von Yuma zu bringen. Begleitet wird er noch von einem Kopfgeldjäger (Peter Fonda) und einem Mitarbeiter der Eisenbahngesellschaft. Auf dem Weg zum Zug Nach Yuma lauern aber viele Gefahren und die skrupellose Bande Wade‘s ist ihnen dicht auf den Fersen…

Wer dem Thema etwas abgewinnen kann wird nicht enttäuscht sein. Die Schauspieler sind alle überzeugend gecastet und besonders die beiden Hauptdarsteller spielen die Entwicklung ihrer Figuren nachvollziehbar. Auch wenn die langen Nahaufnahmen der Augen und Gesichter fehlen, sind die Bilder immer sehr schön und gelungen. Und es ist einfach toll wieder einmal ein richtig heller Film zu schauen, die Sonne blendet in jeder zweiten Szene. Ebenso ist das Ende doch in gewisser Weise überraschend und bietet einen schönen Abschluss und konsequente Entwicklung.

Der Film ist übrigens ein Remake, das Original kenne ich aber leider nicht.

8/10

Dienstag, Januar 29, 2008

The Bucket List

Eine "Bucket List" ist eine Liste mit Dingen und Taten welche man vor seinem Tode unbedingt noch erleben möchte. Darauf können Sachen wie "Heiraten", "einen Baum pflanzen", "100 Schwazwäldertorten essen" oder "ein Buch schreiben" stehen. Manche Leute würden ihre Wünsche wohl eher im materiellen Bereich aufstellen, andere wiederum im seelischen Gebiet.

Im Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman werden besonders die verrückten Wünsche behandelt welche man nur mit viel Geld verwirklichen kann. Eine Fahrt in einem teuren Auto (und dies dabei noch gleich zu Schrott fahren), Fallschirmspringen, das Besteigen vom Mount Everest und dergleichen. Die beiden in Würde gealterten Darsteller spielen die alten Herren weniger als das sie sie einfach sind. Nicholson sieht aus als wäre er direkt aus "About Schmidt" in den nächsten Film geplumpst (verwirrt, zerzaustes Haar, schlabberige Kleider), Freeman gibt den weisen Mann der sein ganzes Leben der Familie geopfert und somit manchen Traum verschoben oder gar aufgegeben hat. Eigentlich sollte dies ja ein Dreamteam der Schauspielkunst sein, freuen konnte ich mich aber über ihr Zusammenspiel nicht wirklich. Den durch den langsamen Schnitt, die nicht zündenden Witze und zu schablonenhaften Charakteristiken sind die Darsteller praktisch nie stark gefordert. Und Nicholson ist einfach da, er macht praktisch nichts. Seine Rolle ist zudem sehr unsypathisch.

Der grösste Fehler des Regisseurs liegt aber darin die Krankheit Krebs zur Nebensache zu deklarieren. Denn diese Sache dient schlussendlich nur dazu die Taten der Männer überhaupt zu rechtfertigen. Die schlimmen Seiten der Chemotherapie werden zwischen den Szenen so eingebettet, dass sie wie ein weiterer Witz wirken. So lacht man wenn sich Jack übergibt oder alle Haare verliert. Mit der Zeit wird sie so weit in den Hintergrund verdrängt, dass man erschrickt wenn sich plötzlich wieder Symptome zeigen. Hier wäre ein etwas feinfühliger Angang angebrachter gewesen.

All diese Missstände kann man übersehen und den Film trotzdem über sich ergehen lassen, was aber nicht wegzureden ist, er bleibt unbedeutend. Er ist einfach da, hat keine Auswirkung, berührt nicht, und wenn er läuft bleibt er in jeder Sekunde austauschbar. Belanglos bis zum Schluss.

5/10

Sonntag, Januar 20, 2008

Into The Wild

Bei manchen Filmen stimmt alles, und sie werden grösser als es je einer erwartet hätte. So geschehen bei Into The Wild. Ich habe dank der AKB wieder einmal an einer exklusiver Vorpremiere teilnehmen dürfen, wie schon letztes Jahr. Und wie es sich gelohnt hat...

Sean Penn ist nicht nur ein überzeugender und faszinierender Schauspieler, auch als Regisseur macht er immer mehr von sich reden. Mit Into The Wild ist ihm ein Meisterstück gelungen, das zu übertreffen wir wohl sehr schwer. Denn nicht nur die feinfühlige Regie überzeugt zu jeder Sekunde, nein auch alle anderen Teile des Films sind perfekt.

Christopher ist 20 Jahre und der Sohn den sich alle Eltern wünschen: Gut aussehend, begabt, intelligent und hat beste Aussichten für seine Zukunft. Doch von einem Tag auf den anderen bricht er scheinbar ohne klaren Grund aus seiner von Materialismus und Geld bestimmten Umbegung aus und macht sich auf eine Reise in die Wildnis. Ohne Geld oder Ausweise trampt der durch Amerika auf der Suche nach Selbstfindung, Liebe, Sinn und Vergebung. Während sich zu Hause seine Eltern dadurch immer näher kommen und sich fragen ob er überhaupt noch lebt, erlebt Christopher Abenteuer und findet die menschliche Wärme die er gesucht hat...

Die Geschichte geht tief ins Herz, berührt von der ersten Minute an und beginnt in jedem die Sehnsüchte nach Freiheit zu wecken. Wer hat sich nicht selber schon mal gewünscht, einfach davon zu gehen und alles hinter sich zu lassen?
Mit Emile Hirsch als Christopher konnte ein wunderbarer Hauptdarsteller gewonnen werden, der in jeder Minute überzeugend auftritt. Auch die kleineren Rollen sind durchs Band weg perfekt besetzt (so beweist auch Vince Vaughn, dass ernstere Parts für ihn kein Problem sind).
Die Aufnahmen und Bilder sind teilweise atemberaubend und auf Doku-Niveau, begleitet wird alles durch den wunderbaren Soundtrack von Eddie Vedder. Besonders der Song "Hard Sun" geht unter die Haut, obwohl es sich hier "nur" um ein Cover von Indio handelt. Am Ende des Beitrags findet ihr noch den offiziellen Video-Clip mit Bildern aus dem Film.

All diese wunderbaren Teil verbinden sich zu einem grossen Ganzen das mich stark berührt und zu Tränen gerührt hat. Es brachte mich zum Denken und wird mich so schnell wohl nicht mehr wieder loslassen.
Der Film läuft ab 07.Februar 2008 in den Kinos. Bitte, schaut ihn euch an. Es ist einer der besten (wenn nicht der beste) Film in diesem Jahr.

10/10


Mittwoch, Januar 16, 2008

Eastern Promises | I Am Legend

Das letzte Jahr ist hier im Blog noch nicht komplett abgeschlossen, denn um meine Kinostatistik komplett über den Haufen zu werfen sind wir am 29.12.07 noch einmal in das Lichtspiel „Tiffany 3“ in Olten gefahren.

Der Grund der uns zu diesem Schritt zu bewegte, was Regisseur David Cronenberg. Jedenfalls bei mir, manche Leute wollten auch nur Frau Watts bestaunen. Wie dem auch sei, der Film war sehr spannend und gut gemacht. Allerdings war ich etwas überrascht, denn nach „A History Of Violence“ habe ich etwas Ähnliches erwartet. Eastern Promises weist zwar den gleichen Hauptdarsteller (Viggo Mortensen, wieder einmal unglaublich gut) auf, ist auch von der Geschichte her im gleichen Metier, ist aber von der Erzählweise ziemlich anders. Wurden im Vorgängerwerk ziemlich alle Gewalttaten in Grossaufnahme gezeigt, ist bei Promises das gesprochene Wort im Vordergrund.
Dadurch ist die Spannung teilweise aber extrem hoch, verlieren sich die Figuren doch zunehmend in Intrigen und gefährlichen Versprechen. Jede Handlung hat weitreichende Konsequenzen, jede Aussage kann das Ende von diversen Leben bedeuten.
Auch das Ende des Filmes ist einfach nur perfekt, mehr braucht es nicht auch wenn man einen zünftigen Knall erwartet.

8/10

Das Kinojahr 2008 durfte leider nicht so überzeugend beginnen, hält sich aber trotz vieler sehr schlechten Stimmen im oberen Mittelfeld.
I Am Legend bringt eine ältere Geschichte wieder einmal auf die Leinwand. Denn schon Charlton Heston durfte in „Der Omega Mann“ den scheinbar letzten Mann auf Erden mimen. In der Neufassung obliegt diese Aufgabe Will Smith, der dies auch gut macht. Allerdings wird er in vielen Szenen von seinem treuen Begleiter Sam an Schauspielkunst übertroffen. Warum dies so erstaunlich ist? Sam ist ein Hund.
Der Film beginnt vielversprechend, faszinieren vor allem die Bilder des menschleeren und von der Natur zurückeroberten New Yorks. Will Smith lässt seine Figur einen routinierten Tagesablauf durchführen und geht sehr besonnen vor. Obwohl er der wohl letzte Überlebende von einer Seuche ist. Jedenfalls der letzte normale Mensch, denn in der Nacht kommen die Mutierten aus den dunklen Löchern und gehen auf die Jagd. Ab diesem Zeitpunkt (was leider schon vor der Hälfte der Fall ist) wird der Film schlechter. Die Monster sind grottenschlecht gemacht, Smiths Charakter handelt völlig unnachvollziehbar und die Geschichte wird einfach nicht genauer erläutert. Dies kann ein Vorteil sein, hier aber weiss man nach dem Film nicht mehr als vorher. Und das ist wirklich schade, gäbe die Buchvorlage doch sicherlich viel mehr interessantes Material her.
Verschenktes Potential auf ganzer Linie aber immer noch unterhaltsam.
7/10

Mittwoch, Dezember 26, 2007

Bewegende Bilder

Das Filmjahr 2007 war nichts aussergewöhnliches, was allerdings etwas speziell war: 27 Kinobesuche in 12 Monaten, das macht rechnerisch ziemlich genau 2.25 Besuche. Ein neuer Rekord in meinem Leben, welcher wohl im 2008 nicht übertroffen werden kann.

Unter all diesen Besuchen waren aber leider nur wenige wirkliche Highlights, meistens regierte das Mittelmass. Das grösse Ereignis war Prestige im Januar, wirklich zu 2007 kann man ihn aber nicht zählen da er schon im Dezember 06 anlief. Wirklich gelungen waren neben dem Zauber-Rivalen aber auch Regie-Erstlinge (Gone Baby Gone), Schmuddelfilme (Deathproof / Planet Terror) und gelbe Familien (The Simpsons).

Was allerdings erfreulich war: Unter diesen 27 Filmen befanden sich nur 3 Fortsetzungen (alle mit einer 3 im Titel), eine erstaunlich niedrige wenn man das Überflussangebot aus Hollywood betrachtet. Dafür gab es Technik-Meisterwerke (300 / Sunshine), umstrittene Wertungen (Bobby), überraschende Amateurproduktionen (Chrigu) und alte Klassiker (The Wall).

Im grossen und Ganzen kann man mit dieser Ausbeute sehr zufrieden sein und weil es sich für ein Jahresrückblick gehört eine Top-X zu erstellen, werde ich das auch hier versuchen.

Platz 5: Simpsons - The Movie
Platz 4: Chrigu
Platz 3: Sunshine
Platz 2: Gone Baby Gone
Platz 1: The Prestige

Dienstag, Dezember 11, 2007

Chrigu

Amateurfilme sind immer so eine Sache. Meistens sind sie zu langweilig weil wir uns von Hollywood unerreichbare Standarte gewohnt sind. Mit Chrigu hat eine Gruppe Jugendlicher allerdings das Kunststück vollbracht, aus Hobby-Aufnahmen einen berührenden, nachdenklich stimmenden und wunderschönen / traurigen Film zu zaubern.

Ein Freund stirbt, und Freunde begleiten ihn. Der krebskranke Christian Ziörjen hatte anfangs selber die Kamera zur Hand genommen, als er mit der Krebs-Diagnose konfrontiert wurde. Jan Gassmann setzte die Filmarbeit fort. So entwickelte sich ein Dokumentarfilm, der schmucklos scheint und schamlos dem Leben und Tod ins Auge schaut - ohne Sentimentalität, aber mit Mitgefühl und Demut. [Zitat cineman.ch]

Die Aufnahmen sind teilweise wunderbar und fangen die Stimmung perfekt ein, durch den extrem guten Schnitt gelang es auch, einen grossen dramaturgischen Bogen zu spannen welcher die Geschichte besser erzählt als jeder andere Film zu diesem Thema. Jedenfalls von denen die ich bis jetzt kenne.

In den meisten Kinos ist der Film schon längers vorbei, ich hatte ihn eigentlich verpasst. Durch das "Le Bon Film" Angebot des Zofinger Kino Scala gab es aber eine letzte Gelegenheit ihn doch noch zu schauen. Und bereut habe ich es nicht, darum hier auch eine riesengrosse Empfehlung. Falls ihr Gelegenheit habt, schaut ihn euch. Er ist wunderbar und enthält erstaunliche viele Lebensweisheiten.

Eigentlich sollte die Wertung bei einem solchen Film entfallen, wer es aber unbedingt bracht kann sich eine 9 ins Heft eintragen.

Montag, Dezember 03, 2007

Gone Baby Gone

Es ist wirklich so, wie schon im Beitrag zu American Gangster vermutet: Die Filme werden immer besser gegen Ende des Jahres. Das Verbrecher-Epos von Ridley Scott war ja schon grosse Kunst, den Vogel hat aber Regie-Neuling Ben Affleck abgeschossen.
Ja ihr habt richtig gelesen, Sunnyboy Ben Affleck - mittelmässiger Schauspieler in diversen Filmen - hat mit seinem Erstling ein kleines Kunstwerk auf
die Leinwand gebracht.

Sein Film über eine Kindesentführung ist einfühlsam, erschreckend, mitreissend und schön (traurig).
Die Geschichte stammt von Buchautor Dennis Lehane aus dessem Buch auch schon das filmische Meisterwerk "Mystic River" von Clint Eastwood entstanden ist. Bis heute einer meiner Lieblingsfilme und bei jedem Anschauen erneut packend und beklemmend. Auch "Gone Baby Gone" könnte dies gelingen, hat er mich im Kino stark berührt. Ist der Film in der ersten Hälfte eher gemächlich und etwas unentschlossen, gibt es in der Mitte eine heftige Wendung, welche die gesamte Geschichte dann mehrmals umkrempelt. Es kommt mehr Spannung rein, mehr Action und mehr Emotionen.

Ebenso sind die Darsteller nicht nur sehr begabt und haben einen grossen Namen (ein extrem starker Ed Harris, Morgan Freeman) sondern spielen ergreifend. Besonders Casey Affleck macht alles richtig und spielt sich in die Herzen.

Die Geschichte und besonders die Gründe für die Entführung werden, je länger der Film dauert, perverser und brutaler als man am Anfang jemals vermuten würde.

Die Auflösung schockiert und geht ans Eingemachte, bietet aber auch sehr viel Diskussionsstoff. Auch wenn manche Szenen sehr hart sind, sollte man sich dieser Meisterwerk nicht entgehen lassen. Es ist einer der stärksten Filme dieses Jahres, wenn nicht der letzten 5 Jahre.


Dafür gibt es verdiente
10 /10 Kinder, glücklich zu Hause lebend.